Akupunktur-Studie bei Heuschnupfen (ACUSAR-Studie) publiziert

In der aktuellen Ausgabe der Annals of Internal Medicine wurde die Ergebnisse der ACUSAR-Studie (Acupuncture in Allergic Rhinitis) publiziert. Diese Studie, die 2008 -2011 multizentrisch in Deutschland durchgeführt worden war, bestätigte wissenschaftlich, dass Akupunktur beim Heuschnupfen klinisch signifikante Effekte zeigt – auch im Vergleich zu einer sogenannten Schein-Akupunktur (sham).
Insgesamt waren 422 Patienten mit Birken- und Gräserpollen-Allergie behandelt worden, davon 221 mit Verum-Akupunktur, 102 mit einer Schein- (Minimal) –Akupunktur und 108 Patienten waren in einer Wartegruppe als Kontrolle, diese wurden anschließend akupunktiert. Nach 12 Akupunkturbehandlungen innerhalb von 8 Wochen waren die Beschwerden der Patienten in der Akupunkturgruppe im Vergleich zur Scheinakupunktur signifikant geringer. Akupunktur führte zu einer deutlichen und signifikant besseren Lebensqualität und geringerem Bedarf an Antihistaminika.
Diese Ergebnisse deuten auf spezifische Effekte der Akupunktur bei allergischen Erkrankungen hin. Dies wurde auch in einer anderen, kürzlich publizierten Studien bei Patienten mit ganzjähriger Rhinitis bestätigt (Choi SM et al. Allergy 2012). Damit scheint die wissenschaftliche Nachweislage (bisher positiv für Schmerztherapien,  Übelkeit und einige gynäkologische Krankheiten) auch für die Allergiebehandlung mit Akupunktur gegeben.
In der Zusammenfassung wird diskutiert, inwieweit die Ergebnisse klinische Bedeutung haben. Im begleitenden Annals of Internal Medicine Editorial wird festgestellt, dass Akupunktur sehr umfassend untersucht und die Wirksamkeit insbesondere bei chronischen Schmerzerkrankungen belegt worden sei und zukünftig andere Fragen (welche Akupunkturform ist am wirksamsten? Wie kann man Akupunktur mit anderen Methoden kombinieren?) sollten untersucht werden.
Die Ärztegesellschaft SMS (Societas Medicinae Sinensis) war an dieser Studie durch einen Vertreter im wissenschaftlichen Beirat beteiligt. Zusätzlich waren in vielen der beteiligten Zentren SMS-Ärzte tätig und bei der Konsensfindung zur Festlegung der Akupunktur war die SMS aktiv vertreten.

Benno Brinkhaus, MD; Miriam Ortiz, MD; Claudia M. Witt, MD, MBA; Stephanie Roll, PhD; Klaus Linde, MD; Florian Pfab, MD; Bodo Niggemann, MD; Josef Hummelsberger, MD; András Treszl, PhD; Johannes Ring, MD, PhD; Torsten Zuberbier, MD; Karl Wegscheider, PhD; and Stefan N. Willich, MD, MPH: Acupuncture in Patients With Seasonal Allergic Rhinitis: A Randomized Trial. Annals of Internal Medicine, 19 February 2013, Vol. 158. No. 4
Quelle: http://annals.org/article.aspx?articleid=1583578
Pressemeldung der Charité: http://epidemiologie.charite.de/aktuelles/aktuelle_meldungen/artikel/detail/akupunktur_lindert_beschwerden_bei_heuschnupfen/

Kontakte:
1. Prof. Benno Brinkhaus, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité – Universitätsmedizin Berlin; Luisenstr. 57, 10117 Berlin; T++49 30 450 529 262
2. Societas Medicinae Sinensis München, Franz-Joseph-Str. 38, 80801 München, www.tcm.edu