Atopisches Ekzem – Neurodermitis – Behandlung und Heilung TCM durch Akupunktur und chinesischen Arzneimitteln in München

Das atopische Ekzem (früher auch Neurodermitis genannt) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit genetischer Disposition, typischem Erscheinungsbild und phasenhaften Verlauf.  Unter Atopie versteht man die vererbte Bereitschaft gegen bestimmte innere und äußere Faktoren Überempfindlichkeitsreaktionen zu entwickeln, die sich an der Haut als atopisches Ekzem und an den Schleimhäuten als allergische Rhinitis (Heuschnupfen) oder allergisches Asthma manifestieren können. Emotionale Auslöser spielen zudem oft eine wichtige Rolle.

Klinische Merkmale sind starker Juckreiz sowie schuppende, durch Kratzeffekte oft verdickte oder auch verkratzte, nässende und krustig bedeckte Ekzeme. Während sich das atopische  Ekzem bei Kleinkindern gewöhnlich ab dem 3. Monat am Kopf und den Streckseiten der Extremitäten manifestiert, tritt es bei älteren Kindern und Erwachsenen bevorzugt an den Knie- und Armbeugen, Hals, Gesicht und Händen auf. Das klinische Bild variiert abhängig vom Alter der Patienten sowie Verlauf und Dauer der Erkrankung stark.

Schulmedizinisch lindern neben hautpflegerischen Maßnahmen vor allem Kortison-und Tacrolimus/Picrolimushaltige Salben die Symptome. Daneben werden häufig Antihistaminika gegen den Juckreiz eingesetzt oder bei hartnäckigen Verläufen auch Kortisontabletten verordnet. Die Patienten werden darin geschult, externe und endogene Faktoren zu vermeiden. Dennoch ist die Rezidivquote des atopischen Ekzems in jedem Lebensalter relativ hoch und die Beschwerden werden durch diese Behandlung nur unterdrückt.

Behandlung des atopischen Ekzems aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin:

Aus Sicht der TCM liegen der Entwicklung eines atopischen Ekzems verschiedene Syndrommuster zugrunde, die man mit Hilfe der klassischen diagnostischen Kriterien (Puls, Zunge, Vorgeschichte) aber insbesondere durch sorgfältige Beobachtung und Analyse des Hauterscheinungsbildes erkennt. So spielen beim atopischen Ekzem vor allem folgende Syndrommuster eine Rolle: Bluthitze mit Wind (trockene Ekzemherde mit starkem Juckreiz, häufig im oberen Bereich des Körpers),  feuchte Hitze mit Wind (nässende, verkrustete Ekzemherde, oft im unteren Bereich des Körpers) und schließlich auch Blutmangel mit starker Trockenheit als Folge des Windes (chronisches Ekzem über viele Jahre mit verdickter, stark juckender Haut) und sog.Feuertoxine (die Hautveränderungen breiten sich plötzlich auf der gesamten Oberfläche aus).

Eine wesentliche Säule der Therapie ist der Einsatz von Kräutern (chinesische Phytotherapie), die nach ganz bestimmten klassischen Regeln als Rezeptur verordnet werden. Hinzukommen die Akupunktur und Ernährungsempfehlungen.

Hier ein Fall mit Neurodermitis aus meiner Praxis

Es kam ein 15 ähriges Mädchen, das unter einem atopischen Ekzem seit frühester Kindheit litt und insbesondere viele Nahrungsmittel vermied, insbesondere Milch. Nach einem psychischen Konflikt innerhalb der Familie war die Haut plötzlich „explodiert“ und die Hautveränderungen breiteten sich am ganzen Körper mit Betonung der Ellenbeugen und Kniekehlen aus. Sie schlief sehr schlecht, da sie sich die ganze Nacht kratzte;  ihre Leistungsfähigkeit in der Schule nahm daher weiter drastisch ab.  Sie litt an Heuschnupfen in den Frühjahrsmonaten.

Trotz aller schulmedizinischen Behandlungsversuche (sie erhielt Kortisoncremes und anschließend  Tacrolimushaltige Externa über einen langen Zeitraum , Antihistaminika und in Intervallen Kortisontabletten) wurden die Hautveränderungen immer schlechter. Es wurde zudem eine psychotherapeutische Beratung eingeleitet. Schließlich kam sie durch Empfehlung in unsere Praxis.

Nach genauer Inspektion der Hauteffloreszenzen und der Beurteilung der klassischen diagnostischen Kriterien (Fragen nach Verdauung, Temperaturempfinden, Durst, Zungenbeschaffenheit, Puls) kamen wir zur Diagnose Bluthitze mit Feuertoxinen. Wir verordneten ein Decoct zum Kühlen des Blutes, zur Beruhigung von Wind (Juckreiz), zum Ausleiten der Toxine und Hitze. Die Haut wurde zudem mit Kräuterhaltigen Externa behandelt.

Nach 6 Wochen war die Haut deutlich gebessert, das Mädchen fühlte sich nicht mehr so heiß, hatte weniger Durst und schlief wieder gut. Sie ging wieder mit Freude in die Schule und ihre Psyche war wie verwandelt. Nachdem die Hitze aus dem Körper geleitet war, wurden schließlich noch Kräuter zum Befeuchten der Haut für ca. 6-8 Wochen verabreicht (z.B.schwarzer Sesam, Hanfsamen oder Braunwurz/Scrophularia). Die Trockenheit der Haut war am Ende deutlich gebessert.