Chinesische Arzneimitteltherapie TCA Grundlage

Die chinesische Arzneimitteltherapie (auch Phytotherapie, Kräuter, abgekürzt TCA) gilt als die Königsdisziplin der TCM, als zentrales Schatzhaus. Das ganze tiefe Verstehen der Funktionen des Körpers, der Organsysteme und Funktionskreise, des Krankwerdens und Gesund werden damit klar verständlich. Das liegt

  • an der langen Tradition und Erfahrung, die die Chinesischen Ärzte mit der TCA haben – mehr als 100 Ärztegenerationen habe ihre Erfahrung und tiefes Verstehen eingebracht und haben dieses Wissen bewahrt – nicht wie bei uns im Westen, wo dies Wissen verloren gegangen ist;
  • Am Arzneischatz: China ist eines der artenreichsten Regionen der Welt, ca. 12 % aller Pflanzenarten kamen aus China,
  • An der Vielzahl der Kräuter und ihrer Wirkungen: wir haben die wichtigsten 500 Arzneimittel hier zur Verfügung,
  • Der Arzneiqualität: die bei uns über die Apotheken erhältlichen Kräuter sind alle kontrolliert, zertifiziert und rein, auf Artenschutz wird streng geachtet,

Meist werden Heilpflanzen eingesetzt (Blätter, Blüten, Wurzeln, Ästchen und Rinden), sehr viel seltener auch mineralische oder tierische Substanzen (Beispielsweise Muschelschalen). Die Arzneimittel werden in Kombination von 2-15 Einzelmitteln als „Rezeptur“ vom Arzt verordnet und meist als Abkochung (Dekokt) [Kochanleitung] eingenommen.

Möglich sind auch andere Einnahmeformen wie Granulate (eine Art Instantpulver, das mit heißem Wasser aufgerührt wird). Bei Kleinkindern werden wässrige Konzentrate (in Tee oder Saft) verordnet. In Salben, Sprays, Einläufen und Zäpfchen (Suppositorien) können chinesische Arzneimittel auch lokal wirken.  Aufklärungsbogen Arzneitherapie

Wo wirkt TCA am besten?

Neben akuten Infekten wirken die Arzneimittel besonders bei Allergien, Hautkrankheiten, Reizdarm, Darmentzündungen, Gastritis, Hepatitis, Regelstörungen siehe Indikationsliste.

Fallbeispiel Heuschnupfen und Behandlung mit chinesischen Arzneimitteln

Ein 32-jähriger Patient, der seit seinem 11. Lebensjahr ganzjährig unter einem allergischen Schnupfen litt, kam in die Praxis. Seit bei ihm eine Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert worden sei, erklärte er, habe er alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Sie hätten ihm aber keine Besserung gebracht. Die Beschwerden bestünden aber unverändert weiter. Er erzählte dass seine Nase ständig verstopft sei. Nachts schnarche er und er am Morgen einen hatte er einenausgetrockneten Mund. Bei stärkerer Hausstaubexposition fing seine Nase heftig an zu laufen, und er habe Niesanfälle, die manchmal mehrere Stunden lang anhielten. Diese Anfälle erschöpften den jungen Mann oft so, dass er sich danach einige Stunden ins Bett legen musste, um sich zu erholen. Außerdem zeigte sich eine erhöhte Infektanfälligkeit und die Neigung zu Durchfällen.

Die Sichtweise der TCM

„Anders als in der Schulmedizin, bei der das Hauptaugenmerk darauf liegt, mit spezifischen Maßnahmen gegen die Hausstaubmilben vorzugehen, ist das zentrale Anliegen der chinesischen Medizin, die generelle Bereitschaft des Patienten zur allergischen Reaktion zu beruhigen oder zu beseitigen. Das auslösende Allergen spielt dabei eine untergeordnete Rolle. „Und es hat sich in der Praxis wie auch in mehreren Studien gezeigt, dass die Behandlung einer Hausstaubmilbenallergie mit der Traditionellen Chinesischen Medizin gute Erfolge hat. Studien zeigten Responderraten bis 80%.

Behandelt wird mit Akupunktur und TCA:

Zur Behandlung einer Hausstaubmilbenallergie reichen üblicherweise 10 bis 20 Akupunkturbehandlungen, wobei die Akupunktur meist einmal wöchentlich erfolgt. Parallel dazu werden über einige Monate chinesische Heilpflanzen verordnet, die traditionell im Wasser abgekocht und als teeähnliche Zubereitung (Dekokt) eingenommen werden Traditionelle Chinesische Medizin kann bei ganzjährig Auftretenden Allergien Beschwerdefreiheit erzielen. Ihr spezifischer Blick auf die Ursachen der Erkrankung führt zu einer Behandlung, die die Allergiebereitschaft des Körpers herabsetzt.