Akupunktur bei Migräne auf einen Blick

  • Migräne ist ein komplexes und über Spannungskopfschmerzen hinausgehendes neurologisches Krankheitsbild, das zehn Prozent unserer Bevölkerung, dabei deutlich häufiger Frauen als Männer betrifft.
  • Viele Patienten habe mehrere Schmerzattacken pro Monat und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.
  • Migräne belastet durch häufige Krankheitstage und die Behandlung auch unsere Volkswirtschaft und das Budget unserer Krankenkassen.
  • Die möglichen Ursachen einer Migräneattacke sind vielfältig und erfordern eine individuelle Diagnostik des Patienten im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin und eine Behandlung durch einen geschulten Arzt und Akupunkteur.
  • Die Deutsche Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt Akupunktur zur Migräneprophylaxe und sieht diese Therapie als wichtige Säule in der Behandlung von Migränepatienten (Leitlininenempfehlung der DKGS).
  • Wissenschaftliche Studien belegen die medizinische Wirksamkeit von Akupunktur bei Migräne, eine richtige Akupunktur ist auch deutlich besser als eine sog. „Schein-Akupunktur“
  • Die mit dünnen Nadeln durchgeführten Akupunkturbehandlung ist nebenwirkungsarm und deutlich besser verträglich als Medikamente.

Akupunktur bei Migräne: Symptome und Diagnose

Migräne ist mehr als einfacher Kopfschmerz, denn sie stellt eine komplexe, chronische und anfallsartige Erkrankung mit vielfältigen und individuellen Beschwerdebildern dar.
Betroffene leiden neben den starken, oft einseitigen und pulsierenden Kopfschmerzen auch an einer Vielzahl von weiteren Symptomen wie Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Sehstörungen bis hin zu neurologischen Ausfällen.

Die der Methode der Akupunktur zugrunde liegende Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kennt, diagnostiziert und behandelt Migräne als Syndrom seit Tausenden von Jahren.

Mehr über Akupunktur als Behandlungsmethode lesen Sie hier!

Ursachen und Verlauf: Wie entsteht Migräne?

Bis heute liegen die Ursachen einer Migräne und Ihrer Schmerzattacken wissenschaftlich noch vielfach im Dunkeln. Neben der Ernährung und hormonellen Ursachen werden auch die Konstitution und genetische Faktoren der Migränepatienten als Ursache diskutiert.

Auslöser- sogenannte Trigger – eines Migräneanfalles können Stress, Hormonschwankungen, Alkohol und bestimmte Nahrungsmittel sowie körperliche Aktivität und Wetterschwankungen sein.

Oft kündigt sich eine Migräneattacke durch neurologische Störungen an. Patienten sehen zunächst Lichtblitze, haben Probleme zu Sprechen oder motorische Einschränkungen. Dieses Phänomen nennt man „Aura“.

Migränebehandlung und Vorbeugung mit Akupunktur

Die Chinesische Medizin stellt sich einen Migräneanfall als eine aufsteigende Entladung eines Energiestaus (Hochschlagen der Energien, des Yang) vor und versucht mit Akupunktur schon vor dem Ausbruch der Kopfschmerzen die Auslöser der Migräneattacke zu beseitigen. Gleichzeitig behandelt dieses Verfahren die stets zugrundeliegende konstitutionelle Schwäche des Patienten.
Meist sind circa 10 – 12 Sitzungen, bei schweren Formen der Migräne aber auch mehr Akupunktur-behandlungen notwendig.
Akupunktur kann damit als sinnvolle Migräneprophylaxe mit hervorragendem Effekt und weitgehend frei von Nebenwirkungen eingesetzt werden. Die Therapie reduziert den sonst notwendigen Einsatz von Medikamenten wie zum Beispiel Schmerzmittel erheblich. Die Migräneanfälle werden seltener, die Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat wird reduziert und der akute Anfall ist weniger heftig.
Aber auch bei akuten Schmerzen kann diese Behandlung mit in Akupunkturpunkte eingestochenen Nadeln noch helfen, die Schwere des Anfalls zu lindern.

Wissenschaft: Studien zu Akupunktur und Migräne

Der vorbeugende Effekt von Akupunktur wurde durch eine Vielzahl von Placebo kontrollierten, medizinischen Studien[1] untersucht. Dabei wurden Patienten jeweils entweder nicht, mit Scheinakupunktur oder richtiger Akupunktur behandelt. Die mit hauchdünnen Nadeln durchgeführte Akupunktur hatte hier einen Vorsprung vor medikamentöser Migräneprophylaxe.
Auch die Deutsche Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt Akupunktur zur Vorbeugung von Migräne, auch weil die schulmedizinischen Medikamente häufig starke Nebenwirkungen aufweisen und von Patientinnen und Patienten schlecht vertragen werden. Die Erfolgsquote in Bezug auf die Minderung der Schmerzen, auf ein besseres Ansprechen und eine damit mögliche Reduzierung der Dosis von Schmerzmitteln lag bei ca. 60%. Die Häufigkeit und Stärke einzelner Migräneanfälle wurde gesenkt.
Die Ergebnisse aktueller Studien aus China sprechen sogar von höheren Erfolgsquoten.

Im Einzelfall kann natürlich keine Erfolgsgarantie auf eine Wirkung der Behandlung gegeben werden. Dies ist auf die Unterschiedlichkeit der Migräne als Beschwerdebild und auf das individuelle Ansprechen der Patienten auf die Akupunktur zurückzuführen.

 

Weitere Informationen zum Thema Migräne und Akupunktur

Hier finden Sie mehr interessante Informationen zu Kopfschmerz und Migräne in der Traditionellen Chinesischen Medizin und Akupunktur:

  • Allgemeines zur chinesischen Medizin hier
  • Societas Medicinae Sinensis (SMS), Internationale Gesellschaft für chinesische Medizin:
    Kopfschmerzen mit Akupunktur und TCM erfolgreich behandeln hier
  • Naturmed Fachverlag: Therapeutenblog zum Thema Migräne hier

[1] z.B.: Linde K, Allais G, Brinkhaus B, Manheimer E, Vickers A, White AR: Acupuncture for migraine prophylaxis. Cochrane Foundation, 2009

 

Erfolgreiche Migränebehandlung durch Akupunktur und chinesischen Kräutern

An einer (von vielen) Fallgeschichte kann man den Behandlungsverlauf zeigen: Eine damals 5o Jahre alte Patientin klagte über seit 4 Jahren sehr häufige Migräneattacken, aber auch Schmerzen im Nacken, der Schultermuskulatur und Armen. Daneben fühlte sie sich sehr müde, depressiv, könne auch nicht gut schlafen. Die Laborwerte, das Kernspintomogramm und die neurologische Untersuchung waren unauffällig gewesen. Bei genauerer Befragung schilderte die Patientin, dass sie durch eine Firmenneugründung, sehr viel Stress und Ärger in Beruf und Ehe sehr nervös, auch gereizt und aggressiv sei.

Aus Sicht der Chinesischen Medizin imponierten die starken Qi-Blockaden im Funktionskreis Leber & Gallenblase, aber auch eine energetische Erschöpfung war durch den Puls-und Zungenbefund offensichtlich. Wir begannen mit Akupunktur und zusätzlich erhielt die Patientin eine chinesische Rezeptur mit dem Namen „Pulver der heiteren Gelassenheit“, das ihre „Mitte“ stärkte, den FK Leber löste und auch die Erschöpfung durch einen milden Aufbau berücksichtigt. Natürlich wurde versucht, auch eine bessere Work-Life-Balance, eine bessere Konfliktstrategie, mehr Entspannung zu erreichen.

Nach 6 Akupunkturbehandlungen war die Migräne nicht mehr aufgetreten, die Muskelschmerzen waren leichter … wegen des  schnellen Erfolgs wurde die Behandlung dann beendet.