Schröpfen in München 

Das Schröpfen (cupping) ist eine weltweite Methode zur Stimulierung und Lösung von Blockaden und Ausleitung pathogener Faktoren. Es wird besonders bei muskulären Verspannungen und akuten Infekten eingesetzt. In einem 2011 vom Bayrischen Fernsehen gedrehten Film können Sie das sehen (LINK).

Thema Schröpfen (Interview für den Bayerischen Rundfunk 2011)

Schröpfen ist als eine Heilmethode seit der Antike nachweisbar. Es wird – außer in China –  in den meisten asiatischen Regionen angewandt. Auch in der Türkei und Griechenland ist es bis heute Teil der Volksmedizin. In Mitteleuropa und auch den USA wurde Schröpfen bis in die 1940er Jahre in Kliniken verwendet.

Was genau passiert beim Schröpfen

Beim Schröpfen wird ein Unterdruck in einem Gefäß erzeugt, das Gefäß dann auf die Haut aufgesetzt. Durch diesen Unterdruck werden Haut, Unterhautgewebe und Muskulatur stimuliert, die Durchblutung stark angeregt. Durch Bewegen, Erwärmen, andere Stimulation kann dann noch mehr Effekt erzielt werden.

Die Schröpfköpfe werden 5 -20 min. auf der Haut gelassen.

Durch diese Reizung werden Haut, Unterhaut, Muskeln angeregt, vermehrt durchblutet. Die Lymphe wird vermehrt stimuliert und so der Lymphabfluss angeregt.

Aus Sicht der TCM, aber auch westlicher Naturheilverfahren werden

  • die darunter liegenden Gewebe gelöst
  • gereinigt
  • durch Stimulation von Nervenverbindungen (Head’schen Reflexzonen) die darunter liegenden Organe stimuliert/aus Sicht der TCM durch die Leitbahnen die Funktionskreise beeinflusst

Was ist das Ziel des Schröpfens?

  • Lösung von Blockaden und Verhärtungen der Muskulatur
  • Ausleiten und Kühlen pathogener Faktoren
  • Dynamisierung des Blut- und Lymphflusses
  • Vitalisierung des Orgamismus, Regulation vegetativer Regelkreise
  • Wärmung und Entspannung
  • Behandlung akuter und chronischer Krankheiten

Die Technik des Schröpfens:

  1. trockenes Schröpfen: hier wird der Schröpfkopf ohne weitere Behandlung der Haut aufgesetzt. Hier werden verschiedene Schröpfstärken weiter unterschieden (Leicht, mittel, stark), die dann auch das Ergebnis beeinflussen, s. Abb.:
  2. blutiges Schröpfen: hier wird erst die Haut gereizt (bspw. mit dem Pflaumenblütenhämmerchen) oder sogar mit einem winzigen Skalpell an der richtigen Stelle eingeritzt und dann ein Schröpfkopf aufgesetzt. Dadurch kann dann ein gezielter lokalisierter Mikro-Aderlass erzielt werden (meist nur wenige Tropfen bis 10 ml Blut)
  3. Schröpfmassage: hier wird mit einem Schröpfkopf durch ständiges Bewegen ein ganzes Areal (zum Beispiel die ganze Nackenmuskulatur) stimuliert, erwärmt und gelöst
  4. Blitzschröpfen: der Schröpfkopf wird kurz auf einen Akupunkturpunkt aufgesetzt, dann blitzartig abgezogen, dass 5-50 Mal.

Bei welchen Beschwerden kommt  Schröpfen zum Einsatz?

  • Häufig bei Kindern bei Infekten/bronchopulmonalen Infekten
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • LWS-Syndrom, Rückenschmerzen
  • Torticollis
  • Fibromylagie
  • Muskelverspannungen
  • Sportverletzungen
  • Epiconylitis
  • u. a.

Woraus bestehen die Schröpfgläser- Glas, Plastik?

es gibt Schöpfgefässe aus Glas, Bambus, Metall, Plastik

aus hygienischen Gründen werden hier meist solche aus Glas verwendet.

Wie viele  Gläser sind pro Sitzung/an welcher Stelle am Körper im Einsatz?

Zwischen 2-10 Schröpfgläser; Bsp. Infekt bei Kindern: hier werden meist an Akupunkturarealen am Rücken/Nacken Schröpfgläser mittelstark eingesetzt, zusätzlich bei Fieber bltutig geschröpft

Wann darf man nicht schröpfen bzw für wen ist es nicht zu empfehlen?

  • Alle offenen/infektösen Hautkrankheiten, Wunden
  • Unklare Blutungs/Gerinngsstörungen
  • Akute Notfälle
  • Unklare Krankheiten (vorher Abklärung notwendig)
  • Nicht im Gesicht

Was für Studien gibt es bezüglich der Wirksamkeit?

In medline sind einige hundert gelistet: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=cupping%20therapy. Es gibt einige gute Studien, aber auch bier ist weitere Forschung dringend erforderlich

Zahlen die Kassen die Behandlung unter bestimmten Voraussetzungen?

Die privaten Krankenkassen ja, die GKV derzeit leider nicht.

Die Therapie ist relativ günstig, meist wird die GOÄ-Ziffer Nr. 747 in Ansatz gebracht, die Kosten betragen zwischen ca. 6-16 €/Sitzung

 

Guasha

Guasha heißt eine Technik, bei der durch einen starken gleichmäßigen Druck durch einen stumpfen Gegenstand (früher ein Jadeschaber) großflächig eine Massage durchgeführt wird. Es bleiben flächige Hämatome zurück, die als wärmend und Schmerz stillend empfunden werden. Diese verschwinden nach 3-7 Tagen. Guasha ist besonders hilfreich bei Kopfschmerzen, Schiefhals und Infekten.

 

Bitte beachten Sie auch den Aufklärungsbogen zu und Guasha, den Sie hier herunterladen können.