Akupunktur wirksam bei klimakterischen Beschwerden

 

Die meisten Frauen Anfang 50 leiden über mehrere Jahre unter Wechseljahres­beschwerden, die die Lebensqualität beeinträchtigen können. Seit bekannt ist, dass die Hormontherapie – über viele Jahre die bevorzugte Behandlung – das Risiko auf Brustkrebs und Thromboembolien erhöht, suchen viele Betroffene nach Alternativen. Dazu gehört auch Akupunktur, die mittlerweile in europäischen Varianten und als Kurztherapie angeboten wird, die sich mit dem Alltag von Menschen aus westlichen Kulturen vereinbaren lassen.

 

Dr. Lund stellt jetzt die Ergebnisse einer eigenen Studie vor, an der an 9 Hausarztpraxen in Dänemark insgesamt 70 Frauen mit mittelschweren bis schweren klimakterischen Beschwerden teilnahmen. Die Frauen wurden nach dem Los einer Akupunktur- und einer Kontrollgruppe zugeteilt, in der keine Behandlung durchgeführt wurde. Auf eine Scheinakupunktur wurde verzichtet.

 

Die Sitzungen erfolgten über 5 Wochen einmal wöchentlich und dauerten nur 15 Minuten. Die Behandlungen wurden von Hausärzten durchgeführt, die eine Fortbildung zur Akupunktur besaßen und diese seit durchschnittlich 14 Jahren praktizierten. Die Behandlung wurde nach dem Konzept der „Western Medical Acupuncture“ durchgeführt. Die Nadeln wurden an den Punkten CV-3, CV-4, LR-8, SP-6 und SP-9 eingestochen und für einige Sekunden gedreht, um das „de-qi“ zu erzeugen.

 

Die Beschwerden der Frauen wurden mit einem Meno-Scores-Fragebogen erfasst. Primärer Endpunkt waren die Auswirkungen auf die Hitzewallungen, die das Kardinalsymptom der klimakterischen Beschwerden sind. Hier kam es auf einer von 0 bis 6 Punkte reichenden Skala durch die Akupunktur zu einer Verbesserung gegenüber der Kontrollgruppe um 1,6 Punkte (95-%-Konfidenzintervall 0,8 bis 2,3 Punkte). Eine Woche nach dem Ende der Behandlung gaben 80 % der Frauen in der Akupunkturgruppe an, dass die Behandlungen ihnen geholfen hätten. Signifikante Verbesserungen gegenüber der Kontrollgruppe wurden auch in den Skalen zum Tag- und Nachtschweiß, zum allgemeinen Schwitzen, zu Schlafstörungen, zu emotionaler Verletzlichkeit, zu körperlichen Symptomen und zu Haut- und Haar­problemen gefunden. Bei Gedächtnisstörungen, abdominalen Symptomen, Harn- und Vaginalbeschwerden, sexuellen Funktionsstörungen und Müdigkeit bestanden keine signifikanten Vorteile gegenüber der Kontrollgruppe.

 

Für Frauen, die keine Hormontherapie anwenden können oder wollen, ist Akupunktur sie eine realistische Alternative.

DÄbl 2019

BMJ Open (2019; doi: 10.1136/bmjopen-2018-023637)